Über mich

Ich bin Technikphilosoph und philosophischer Techniker – beides aus Liebe zum Detail.

Würde man mich nun fragen, was zuerst kam: Meine Leidenschaft für Computer oder meine Liebe zur Philosophie, wäre das ähnlich wie die Frage nach der Henne oder dem Ei. Bei letzterer könnte ich allerdings vermutlich eine halbwegs klare Antwort geben.

Philosophie beginnt mit dem Staunen und hinterfragen. Als ich das erste Mal bewusst den Sternenhimmel wahrnahm, ich muss so etwa sechs Jahre alt gewesen sein, habe ich gestaunt und mich gefragt, was da oben wohl so alles sei – und fühlte mich bedeutsam, denn ich hatte die Gelegenheit all dies schöne zu sehen. Nicht viel später erfuhr ich, dass es Raketen und Raumschiffe gab, mit denen die Sterne praktisch in greifbare Nähe rücken. Glaubte ich zumindest damals.

Mit den Jahren lernte ich, dass der Weg zu den Sternen kein leichter ist, sondern von harter Arbeit begleitet wird. Ich lernte, dass Menschen nicht immer gerecht sind, wunderte mich darüber und fragte mich warum? Ich sah Bilder von Kriegen in den Nachrichten und Kriegsfilme im Fernsehen und konnte nicht recht verstehen, warum Menschen sich all dies einander antun, wenn sie doch gemeinsam so viel mehr erreichen könnten – zu den Sternen greifen zum Beispiel!

Ich beschloss, dass all diese Fragen Antworten bräuchten. Und dass es Menschen geben musste, denen derartige Fragen gestellt werden sollten. Nur wie stellt man solche Fragen und wem? Mir fielen die Dialoge des Sokrates in die Hand, als ich etwa 12 war. Und obwohl ich nicht alles verstand, war mir klar: Das ist genial – und frech. Da geht jemand hin, stellt Fragen und der Befragte muss eingestehen, dass er, obwohl er eigentlich ein Experte ist, nicht wirklich erklären kann, wofür er eigentlich Experte ist. Und mir wurde noch etwas klar: Das will ich auch können! Ich musste Philosoph werden. Es gab gar keine andere Option.

Und hier bin ich nun: 20 Jahre später und tatsächlich Philosoph geworden. Ich kann mit Recht sagen: ein erfüllter Lebenstraum. Meine Leidenschaft für die Technologie, die uns den Sternen näher bringen soll und die Schrecken des Krieges, die uns davon abhalten haben mich weiter begleitet. Sie prägten meine Expertise für Technikphilosophie, Netzphilosophie, Philosophie in Politik und Recht, den Theorien des Krieges, des Friedens und der Herrschaftslegitimation. Aber die Philosophie näherte auch Zweifel – denn das ist neben dem Staunen und Hinterfragen eine weitere (vielleicht nicht all zu rühmliche) Eigenschaft: Skeptisch sein, sowohl der Welt als auch sich selbst gegenüber.

Wer weiß, ob ich in weiteren 20 Jahren, sollte es Passagierflüge ins All geben, nicht auch meinen anderen Lebenstraum erfüllen kann: Nach den Sternen greifen. Der Weg bis dahin ist noch lang und sicher nicht einfach. Aber ihr dürft mich dabei gerne begleiten, denn lange Wege haben die Eigenschaft, dass sie kürzer werden, wenn man sie teilt. 🙂

4 Responses to Über mich

  1. DerMartin sagt:

    Hallo Ingo,

    Dein Podcast gefällt mir. Gibt es eine Möglichkeit, ihn als RSS-Feed zu abonnieren?

    Danke + Gruß

    Martin

  2. DerMartin sagt:

    Hallo Ingo,

    hört man nochmal was von Dir? Ich würde es begrüßen.

    Gruß

    Martin

    • Ingo sagt:

      Ich war jetzt eine ganze Weile im Krankenhaus (keine Bange, alles wieder in bester Ordnung) – aber ich habe schon eine Idee. Wenn’s klappt, gibt’s am Wochenende wieder was auf die Ohren. 😉

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