Nachgedacht: Googles Aprilscherze

On 1. April 2013, in Persönliches, by Ingo

Ein wenig kritisch muss ich dann jetzt doch über Googles Aprilscherze nachdenken. Nicht, weil ich sie nicht lustig fände (ganz im Gegenteil, ich hab herzlich gelacht!), sondern vielmehr, weil sich im Hintergrund die Macht des Internetkonzerns mehr als deutlich manifestiert. Wenn auch manchmal eher etwas hintergründig.

Dass bei Analytics plötzlich der Kontrollraum der ISS auftaucht und 41 Nutzer online sein sollen, ist ja ganz lustig. Dass diese Nutzer keine Aufenthaltszeit haben macht deutlich, dass es sich offenbar um einen Witz handelt. Es zeigt aber auch, dass Google dem Nutzer zeigen kann, was es will. Wie vertrauenswürdig ist also eine Statistik, die man nicht selbst fälscht? Genau! Wenn Analytics ohnehin anzeigen kann, was Google will und nicht das, was wirklich von Statten geht, dann ist all das, was von Statistiken, Werbeeinblendungen, Klickzahlen und Seitenaufrufen abhängt (und das kann schnell mal eine ganze virtuelle Existenz im globalen Internet-Business sein) völlig für die Katz. Liebe Googler – ihr habt euch da selbst ein Ei gelegt.

Das zweite Ei, dass sich Google selbst gelegt hat, ist das witzig gemeinte Video zu „Google Nose“ – den Suchergebnissen mit Geruch. Amüsant anzusehen, wie die Leute lieber an ihren Displays riechen, statt an echten Blumen. Und warum in den Vorschlägen Sportkleidung, nasse Hunde und Bauchnäbel auftauchten, ist mir auch nicht ganz klar. Vielleicht hätte ich rein spaßeshalber, zur Verwirrung der Algorithmen (sofern die überhaupt beeinflussbar sind), nach „altem Fisch“, „Zombie“ oder „Hundehaufen“ suchen sollen? 😉
Viel bedenklicher finde ich einen Wortwitz, von dem ich mich frage, ob ich der Einzige bin, dem er aufgefallen ist: In dem Video klingt „Google Nose“ wie „Google knows“… Ja, Google, du weißt alles über mich. Aber das musst du mir nicht auch noch so deutlich unter die Nase reiben. 😉

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