Fundstück: Torte to Go!

On 14. April 2013, in Fundstück, Persönliches, by Ingo

Immer schneller und hektischer wird die Welt um mich herum. Zeit haben? Sich vielleicht sogar Zeit nehmen? Keine Chance. Daran ist gar nicht zu denken. An den, an jeder Straßenecke erhältlichen, Coffee to go habe ich mich ja mittlerweile gewöhnt: Kaffee einfach mitnehmen, in Bewegung bleiben, immer „im Flow“ und immer in Bewegung sein – sogar beim Kaffeetrinken. Ich habe Kaffeetrinken bisweilen eher als kulturellen Akt betrachtet. Nicht nur, dass er wach hält, während ich nun doch noch bis spät in die Nacht am Schreibtisch sitze und arbeite – ich sitze auch gern mit Freunden und Bekannten zusammen, trinke Kaffee und diskutiere allerlei Dinge.

Torte erfüllte für mich bisher allerdings eher ein recht stereotypes Vorurteil. Im Geiste verknüpfte ich Torte bisher immer mit alten Frauen die sich in Cafés mit ihren Freundinnen treffen. Oder mit Geburtstagen. Erschüttert wurde dieses vorurteilsbehaftete Weltbild, als ich dann kürzlich „Torte to go“ erblickte:

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Mein Kopfkino erzeugte sofort ein Bild von Retnerinnen, die mit Coffee und Torte to go bewehrt (in praktischen, auf ihren Rollatoren montierten, Becherhaltern verstaut) hektisch durch die Straßen eilten und während dessen im Laufen miteinander klönen. Denn schließlich macht unsere hektische, immer aktive, immer leistende und immer schneller drehende Welt auch vor alten Menschen keinen halt. Rentner haben sowieso nie Zeit. Dann können sie ihre Torte auch gleich im Laufschritt essen.

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