Die iCE-App

On 1. August 2014, in Internet, Persönliches, Technik, by Ingo

Vor einer ganzen Weile kam mir schon die Idee für eine neue, wortwörtlich coole, App. Da ich nun aber überhaupt nicht programmieren kann: Stürzt euch einfach auf die Idee. 🙂

Vor ein paar Jahren traf ich mich mit zwei Freundinnen im lauschigen Bielefeld. Es war Sommer, relativ spät (muss um 20:30 Uhr gewesen sein) und wir dachten uns: Es ist immer noch verdammt warm und jetzt gerade so gemütlich draußen: Wir könnten ja mal Eis essen gehen. Schließlich hatten wir uns lange nicht gesehen und viel zu erzählen… Was gibt’s da besseres, als Eis essen? Gesagt, getan. Die Sache hatte nur den Haken, dass niemand von uns wusste, welche Eisdiele denn noch geöffnet hätte.
Nun gab (und gibt es immer noch) die App AroundMe, mit der man sich Sachen in der Nähe anzeigen lassen kann und heutzutage kann man auch GoogleNow fragen und bekommt vermutlich auch eine Antwort. Damals war das nicht ganz so einfach und im Umkreis von 20 km (wir hatten jetzt nicht die Lust noch groß durch die Stadt zu fahren) gab es noch ein einziges Eiscafé, das tatsächlich bis 22 Uhr geöffnet hatte.

Mittlerweile kam mir dann eine ganz neue Idee zur sommerlichen Eisbestückung, gänzlich frei und mobil und unabhängig von Eisdielen. Nun ja, nicht ganz aber fast. Und die geht so:

Es gibt unglaublich viele Apps die Geolokalisierung nutzen, um Sachen in der Nähe zu finden. MyTaxi, Uber und Co. können Taxis oder Mitfahrgelegenheiten präsentieren, Pizza.de (und vermutlich auch Lieferheld), lassen Pizza an einen (festen) Ort liefern. Warum nutzen wir diese großartigen Möglichkeiten der Lokalisierung und Vernetzung nicht auch dafür, um Eis zu bestellen? Das könnte man sowohl als Lieferdienst einrichten (für Eiswagen, die so umher fahren), als auch für die Angebotsplanung und Reservierung in Eiscafés – und es würde die Welt wieder ein Stück schöner machen. Gehen wir das mal schrittweise durch.

Eiscafés

Ihr kennt das vermutlich auch: Ihr habt eine Lieblingseissorte, die es mal in eurem Lieblingseiscafé gab und wenn ihr gerade mal wieder dort seid und sie bestellen wollt, heißt es „tut uns leid, die ist gerade ausverkauft“. Ärgerlich. Wie schön wäre es dann, vorher zu wissen, welche Eissorten gerade verfügbar sind? Und da könnte dann die App weiterhelfen. Eiscafés müssten über ein Online-Angebot eingebunden werden, die dann ihre jeweils tagesaktuellen (oder auch in Echtzeit) gepflegten Eissorten, Preise und Sonderaktionen präsentieren können. Das ließe sich vermutlich auch automatisieren, indem man Eissorten mit QR-Codes bestückt, die dann von der Händer-Variante der App eingescannt und automatisch in der Datenbank verzeichnet werden. Damit haben die Eisverkäufer dann fast keinen Mehraufwand, sie müssten ja nur einmal ihre Eissorten scannen, dafür wüsste jeder Kunde, der die App benutzt, sofort bescheid, welche Sorten zu welchen Preisen da sind. Aus diesen Daten könnte dann auch eine regelmäßig aktualisierte, digitale Speisekarte generiert werden. Über eine Bestellfunktion könnten Kunden dann ihre Eissorten und die Anzahl der Kugeln, und Zutaten wie Sahne, Soße und Krokant zusammentippen, bestellen – und bekämen direkt eine Rückmeldung, wann sie das bestellte Eis abholen könnten. Da sowas meist recht flott geht (ich habe noch nie an einer Eisdiele länger als zwei Minuten warten müssen), lohnt es sich quasi zu gucken, welche Sorten vorhanden sind, zu bestellen und sich dann ins Auto (oder auf’s Rad) zu setzen, um sich dann instantan auf den Weg zur süßen Erfrischung zu machen. Durch die regelmäßige Aktualisierung von Preisen, Sonderangeboten und Aktionen erhöhen sich auch die Werbemöglichkeiten für die Eiscafés. Und für den Kunden wird es einfacher und transparenter, sich einen Überblick über die örtlichen Eiscafés zu machen. Eine Bewertungsfunktion darf natürlich auch nicht fehlen – genauso wenig wie (selbstverständlich freiwillige), digitale Kundenkarten, mit denen sich Bonuspunkte sammeln ließen.

Mobiler Verkauf am Eiswagen

Angenommen man sitzt gerade gemütlich an einem Fluss (Alsterpromenade, Rheinufer, an der Spree oder Weißdergeier wo sonst noch 😉 ) in der Sonne, liest ein Buch und denkt sich: „Woah, wie geil wäre es doch, jetzt ein Eis zu essen?“ Aber weit und breit ist kein Eiscafé in sicht.

Auch dafür gibt es eine Lösung. Wir leben immerhin im 21. Jahrhundert und warum sollte man die vielen Geolokalisierungsdaten nicht auch mal zu etwas (wortwörtlich) coolem nutzen? Alles was es braucht, ist einen Eiswagenfahrer, der ebenfalls die App auf seinem Smartphone installiert hat. So wie Uber oder MyTaxi das mit Autos macht, könnte man es auch mit Eiswagen machen. Der Warenbestand des Eiswagens wird dann genauso gepflegt wie der des Eiscafès: Der Eisbestand wird per Scan in die Datenbank hochgeladen, die Position des Eiswagens über die App per GPS getracked. Ein Kunde könnte also in seine App gucken, sehen wo der nächstgelegenen Eiswagen gerade rumfährt (die könnten auch ihre Touren und Stopps eintragen, sodass ein Kunde sich nur noch rechtzeitig an die richtige Straße stellen müsste) und was er an Eissorten an Bord hat. Dann kann er sein Eis nach seinen Wünschen zusammenstellen und der Eiswagenfahrer würde eine Mitteilung über die Bestellung bekommen. Die App könnte dann auch automatisch eine individualisierte Tour anhand der eingehenden Bestellungen planen, sodass es nicht mehr der zufälligen Menge an Leuten überlassen ist, die irgendwo an der Straße stehen und Eis kaufen wollen, sondern die Bestellungen neben der eigentlichen Tour effizient aufgenommen und geplant werden können. Wenn das funktioniert, wie ich es mir vorstelle, könnte man hinterher viel mehr Eis verkaufen als vorher. Und das Beste daran: Ein Kunde würde sein Eis direkt an seine Geokoordinaten geliefert bekommen – zuzüglich eines GPS-gestützten Annäherungsalarms, sobald der Eiswagen, bei dem er bestellt hat, in die Nähe kommt. Und natürlich ließe sich das in eine Flotten-Lösung einbauen: Wenn ein Eiscafé groß genug ist, um mehrere Eiswagen zu haben, dann könnte eine allgemeine Bestellung aufgegeben werden und der Eiswagen, der in der Nähe ist und Kapazitäten frei hat, könnte dann den Auftrag automatisch zugewiesen bekommen. Das macht die Lieferung effizienter, spart am Ende Sprit und reduziert die Kosten für die Betreiber der Eiscafés.

Aber das kostet doch bestimmt Unsummen!

Nein, nicht unbedingt. Man könnte das Angebot für die Teilnahme der Eisdielen auf einen geringfügigen Monatsbetrag festlegen, der dazu dient, die Entwicklungskosten zu finanzieren und die Server zu betreiben. Da Server und Speicherplatz nun wirklich nicht mehr die Welt kosten, wird das vermutlich viel günstiger, als die Druckkosten einer Vierfarb-Hochglanz-Speisekarte. Da die App es dem Eiscafé ermöglichen würde, viel effizienter und damit auch kostengünstiger zu arbeiten, würde es sich zudem recht schnell bezahlt machen. Für Kunden die selbst kein Smartphone haben und als „Laufkundschaft“ den Laden betreten, könnte man ein einfaches Tablet (das muss ja nicht viel Leistung haben und auch nicht viel kosten) zur Verfügung stellen, mit dem dann die digitale Speisekarte dargestellt wird.

Und wie macht man damit Gewinn?

Gewinn? Gewinn ist nur etwas für Leute, die sich bereichern wollen. Aber ich denke schon, dass man zumindest „davon leben“ könnte, wenn man die Gratis-Variante für die Kunden mit in-App-Werbung unterstützt. Auch Eiscafés könnten hier als Werbepartner gewonnen werden. Statt Anzeigen in der Zeitung, in sozialen Netzwerken oder auf Schildern könnten sie Werbung und Sonderangebote direkt den Kunden präsentieren, die gerade in der Nähe sind (und die ggf. die gerade passenden, verwerflichen aber in diesem Fall nützlichen Social-Graph-Informationen zu Alter, Geschlecht, Kaufkraft und Co. entsprechen). Gewinn ließe sich also durch Werbung erwirtschaften.

Eine andere Möglichkeit wäre vielleicht eine Beteiligung von 2% pro verkaufter Kugel Eis? Oder wird sowas per Kilo abgerechnet? Ich weiß es nicht – ich kenne auch keine Eiscafé-Betreiber, um sie fragen zu können. 🙂 Der Nachteil daran wäre vermutlich, dass der Aufschlag an die Kunden weitergegeben würde und das ist unbedingt zu verhindern. Eine Kugel Eis für 80 Cent ist die absolute Schmerzgrenze. Alles darüber empfinde ich gelinde gesagt als unverschämt. Es müsste sich allerdings zeigen, ob der Einsatz der App womöglich die Effizienz des Verkaufs soweit steigern kann, dass der Preis dadurch gesenkt werden kann. Damit wäre es eine Win-Win-Situation: Die Eiscafés bekommen einen (wortwörtlich) coolen Service für kleines Geld, die Kunden bekommen eine total flexible, transparente und moderne Lösung für das Problem, der Eisbedürfnisbefriedigung – und insgesamt wird es für alle günstiger, sodass die Eiscafés mehr verkaufen und gut davon leben können, die Kunden günstiges Eis bekommen und sich lecker die Plauze vollschlagen können – na und die Betreiber des App-Dienstes könnten den Dienst nach den Eisdielen auch auf allerlei andere Dienste ausweiten, die entweder schon Lieferdienste anbieten oder aber bei denen man sich schon immer gedacht hat: „Jetzt XYZ frisch geliefert bekommen – das wäre geil!“ (hat schon mal jemand über eine mobile Cocktail-Bar nachgedacht? Nein? Na dann wäre das ein Anfang! 😉 ).

Und wenn ihr jetzt denkt: Jau! Geile Idee! Ich kann programmieren oder kenn Leute, die das können und will das unbedingt machen: Vergesst nicht, mir einen „Platin-Account“ für deutschlandweites all-you-can-carry-gratis-Eis zu schenken. Dann kann ich nämlich in Zukunft mit meinen Freundinnen Eis essen gehen, sie einladen und groß damit rumprollen, was für eine tolle Idee ich da doch hatte. 😀

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2 Responses to Die iCE-App

  1. Jacques sagt:

    Hallo Ingo, das ist eine tolle Idee! Und wir sind gerade dabei, etwas ähnliches in die Tat umzusetzen. Dabei konzentrieren wir uns allerdings nicht ausschließlich auf Eisdielen, um den Markt zu vergrößern und unsere Chancen zu steigern, einen solchen Onlinedienst auch irgendwann profitabel betreiben zu können. Das Ganze nennt sich übrigens http://www.gourmenu.de und vielleicht schaust Du mal vorbei. Über Feedback würden wir uns freuen!

    Grüße,

    Jacques

    PS: die Technik steht soweit, allerdings fehlen uns noch die Restaurants, Eisdielen und Imbisse. Also nicht enttäuscht sein, wenn wir noch viele weiße Flecken auf der Schlummerlandkarte haben.

  2. Jacques sagt:

    LOL: Ich meinte natürlich Schlemmerlandkarte und nicht Schlummerlandkarte! 😀 Wir sind nämlich alles andere als Verschlafen und arbeiten Tag und Nacht an unserem kleinen Startup…

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