So ein bisschen war ich ja schon darüber erstaunt, dass UnityMedia einen Techniker rausschickt, obwohl die eigentlich ein internes Routing-Problem haben. Der Techniker übrigens auch.

Techniker: „Klar, es ist bekannt, dass die da ein Problem haben. Die schicken aber lieber einen von uns, weil wir billiger sind, als sich um ihre Server zu kümmern.“

Ich: „Joa. Offenbar haben die da ein Problem mit dem DualStack von IPv6 auf IPv4. Irgendwas läuft da nicht richtig. Vielleicht hilfts, wenn im August dann der Routerzwang wegfällt und die die Zugangsdaten rausrücken müssen.“

Techniker: „Das können Sie vergessen. Sie glauben nicht ernsthaft, dass die Ihnen irgendwas rausrücken? Vielleicht dürfen Sie dann eigene Hardware kaufen, ja, aber die Zugangsdaten? Im Leben nich…“

Ich: „Naja,  wenn ich recht überlege – am DSLite-Anschluss wird das eh ein Problem, da isses dann ja  auch egal, welche Router/Modem-Kombi da hängt, der Anschluss ist ja das Problem…“

Techniker: „Joa und das können Sie nur über die extra teure Horizon-Box lösen, denn die kann im Prinzip kein IPv6 – oder Sie machen solange Druck, bis die Ihnen den Anschluss wieder umstellen. Ich kann Ihnen auch einfach mal den Router tauschen, das Ubee-Ding ist das schlimmste, was die jemals auf den Markt gebracht haben – die ConnectBox kommt deutlich besser mit IPv6 klar.“

Ich: „Naja, die haben sie mir ja geschickt – und ich hab Sie wieder zurückgehen lassen, weil ich dachte, dass ich’s nicht brauche, denn in der aktuellen Konfiguration läuft ja alles. Mehr oder weniger.“

Facepalm.

Wie sich dann aber herausstellen sollte, gab es zusätzlich dazu auch noch ein Problem am Verstärker im Keller. Der leuchtete in wundervollem rot und sorgte dafür, dass der Upstream der Modems gestört war. Laut Techniker wäre der in den nächsten Tagen komplett verreckt – also hat er ihn getauscht.

Nachdem der dann nun aber etwa drei bis vier mal rein und raus gelaufen war und feststellte, dass die Modems im Haus immer noch keine guten Werte brachten und baute sowohl einen neuen Vorverstärker als auch einen neuen Verteiler und einen neuen Übergabeknoten ein. Alles neu – Hurra.

Netflix bekommt immer noch keine Verbindung – aber das wusste ich ja schon vorher…

Die Aussage, dass sich die UnityMedia-Techniker mit den Netflix-Technikern mal zusammensetzen wollen, um eine Lösung zu finden, ist übrigens auch nicht neu.

Hier zum Beispiel wird das Problem ganz gut aufgegriffen: http://www.markusbrunner.de/news-detail/unitymedia-amazon-firetv-die-netflix-app-und-der-ui-113-fehler.html

Und noch mehr technische Details dazu finden sich hier: https://gist.github.com/jalogisch/62d5a3df39932dda2541#file-netflix-unitymedia-customer-hell

Aktuell scheinen sich also die Parteien die Bälle bzw. die Kunden hin und her zu werfen.

Es bleibt bei „der Techniker ist infomiert“ – mal sehen, ob sich eine Lösung findet oder ob ich es schaffe, auf IPv4 zurückgestellt zu werden. Das hat mir ja nun nicht nur den Drucker sondern nun auch noch Netflix unbrauchbar gemacht. So insgesamt kann das keine Lösung sein. Ich werde es mir nun also auf die Fahnen schreiben, in den nächsten Wochen sowohl bei Netflix als auch bei UnityMedia nachzuhaken, bis einer von beiden das Problem gelöst hat. Ich bin ja nicht der Einzige, der unter diesen Netzumstellungen zu leiden hat – und die Netflix-App scheint die einzige zu sein, die damit ein Problem hat.

Fragt sich nun: Warum geht es eigentlich über den Browser? Wenn es ein Problem bei Routing ist, dann dürfte es doch auch über den Browser nicht funktionieren. Tut’s aber ganz offensichtlich – und das auch total problemlos. Dem muss ich mal nachgehen…

Nur habe ich weder Lust, meinen PC ins Wohnzimmer zu verlegen, noch kann der Browser 4k-Inhalte wiedergeben. Das wiederum geht nur über die App und die funktioniert nicht.

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2 Responses to UnityMedia vs Netflix – Der Techniker ist informiert

  1. Christian sagt:

    Konnte denn inzwischen das Problem gelöst werden?

    • Ingo sagt:

      Jap. Nachdem der Technikereinsatz so gut wie keine Änderung herbeiführte, schrieb ich noch mal eine längliche Mail mit all dem, was nicht funktioniert (es ist ja nicht nur Netflix, auch einige Services mit recht weit verbreiteten Apps reagieren allergisch auf UnityMedias aftr-Router) und kündigte an, das jetzt mal ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Sprich: Jede App und jeden Dienst durchprobieren, notfalls die Pakete einzeln verfolgen, gucken wo sie versacken und solange weiternerven, bis alles wieder funktioniert wie früher. Als Lösungsmöglichkeiten schlug ich vor, was ich in verschiedenen Foren gelesen hatte: Wechsel auf Business-Tarif, Zurückwechsel auf IPv4 (IPv6 ist zwar über 20 Jahre alt – es nutzen aber trotzdem noch lange nicht alle Dienste…).

      Etwa mit einem Tag Versatz bekam ich dann einen netten Anruf, in dem mir angeboten wurde, dass man für mich den Antrag auf Umstellung auf IPv4 stellen könnte, weil es zu Verbindungsproblemen kommt. Außerdem wollte der gute Mann mal nachhaken, woran es denn nun krankt und sich auch mal mit der Technik unterhalten. Das klingt jetzt langwieriger als es tatsächlich war: Schon ein paar Stunden später am Abend lief alles völlig reibungslos. die Umstellung ging offenbar schneller als gedacht.

      Und seither läuft es. Toitoitoi.. 😀

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