Müll mit Schokoüberzug

Eben beim Industrie-Bäcker um die Ecke:

Ich bestelle ein Kuchenteil, das auf den melodischen Namen „Granatsplitter“ hört. Allein deswegen musste ich es schon kaufen. Fragt mich die Verkäuferin: „Hen Sie des scho’mal g’esse?“

„Nö, deswegen will ich’s ja probieren.“

„Mich würd interessieren, was drin isch.“

„Mich auch. Deswegen kauf ich’s ja…“

Eine andere Kundin neben mir:

„Ach da nimmt man so Reschde und machd a Ard Bisquitteig draus.“

„Aha. Müll mit Schokoüberzug. Und ich dachte, Sie wissen, was Sie da verkaufen.“

Naja. Irgendwie geschmeckt hat’s trotzdem. Zumindest den kurzzeitigen Kalorienbedarf gedeckt.

  

Fundstück: Torte to Go!

Immer schneller und hektischer wird die Welt um mich herum. Zeit haben? Sich vielleicht sogar Zeit nehmen? Keine Chance. Daran ist gar nicht zu denken. An den, an jeder Straßenecke erhältlichen, Coffee to go habe ich mich ja mittlerweile gewöhnt: Kaffee einfach mitnehmen, in Bewegung bleiben, immer „im Flow“ und immer in Bewegung sein – sogar beim Kaffeetrinken. Ich habe Kaffeetrinken bisweilen eher als kulturellen Akt betrachtet. Nicht nur, dass er wach hält, während ich nun doch noch bis spät in die Nacht am Schreibtisch sitze und arbeite – ich sitze auch gern mit Freunden und Bekannten zusammen, trinke Kaffee und diskutiere allerlei Dinge.

Torte erfüllte für mich bisher allerdings eher ein recht stereotypes Vorurteil. Im Geiste verknüpfte ich Torte bisher immer mit alten Frauen die sich in Cafés mit ihren Freundinnen treffen. Oder mit Geburtstagen. Erschüttert wurde dieses vorurteilsbehaftete Weltbild, als ich dann kürzlich „Torte to go“ erblickte:

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Mein Kopfkino erzeugte sofort ein Bild von Retnerinnen, die mit Coffee und Torte to go bewehrt (in praktischen, auf ihren Rollatoren montierten, Becherhaltern verstaut) hektisch durch die Straßen eilten und während dessen im Laufen miteinander klönen. Denn schließlich macht unsere hektische, immer aktive, immer leistende und immer schneller drehende Welt auch vor alten Menschen keinen halt. Rentner haben sowieso nie Zeit. Dann können sie ihre Torte auch gleich im Laufschritt essen.

Sexistisches Müsli

Nicht selten gehe ich mit einer guten Freundin zusammen einkaufen. Und kürzlich blieb sie vor dem Regal mit dem Müsli stehen, zog die Augenbrauen hoch und beschwerte sich lauthals…

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„So, so, Frauen bekommen also Schokolade in ihr Müsli und Männer Obst?“ Klagte sie. „Was soll denn der Scheiß? Schokolade macht doch eh nur dick. Obst ist doch viel gesünder! Und warum kriegen Männer und Frauen überhaupt verschiedene Müslis?“

Gute Frage eigentlich. Warum bekommen Männer und Frauen verschieden Müslis? So extrem verschieden ist die Biochemie zwischen männlichen und weiblichen Körpern nun auch nicht. Oder ist das nur ein geschickter Marketing-Trick, der auf eine Pseudogleichberechtigung abzielt? Nun, scheinbar kommt das bei Frauen nicht so sonderlich gut an. Zumindest bei meiner guten Freundin löste es deutliches Missfallen aus.

Fundstück: Single-Bananen. Auch für Kinder! ;)

Nichtsahnend gehe ich durch den örtlichen Edeka und reibe mir die Augen, als mein Blick auf die „Single-Bananen“ fällt. Ok. Bananen für Singles. Ein Schelm wer böses dabei denkt.

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Ok, ich gestehe: Ich bin ein Schelm. Denn auf der anderen Seite der Obsttheke fand sich dieses Schild:

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Wir haben hier also einen deutlichen Überschuss an Einzelbananen, zumal all zu viele Leute hier und da einfach mal Bananen von Stauden abreißen und einsame kleine Bananen ihrem schrecklichen Schicksal des Nichtverkaufs überlassen. Der satirische Teil meines Hirns tuschelt allerdings aus dem Hintergrund, dass die lieben Kleinen schließlich auch beschäftigt werden müssen, während sich die Single-Mama mit ihre Banane… Vitamine zuführt! 🙂