Nachdem ich nun etwa drei Wochen vor mich hin übe, wird es so langsam aber sicher einfacher. Allerdings nur sehr, sehr langsam. Mittlerweile habe ich sogar eine recht passable Sitzposition auf einem Meditationskissen gefunden, die nicht sofort dafür sorgt, dass ich das Gefühl habe, mir würden die Oberschenkel abfallen oder der Knöchel brechen. Für den Lotussitz bin ich ganz offensichtlich völlig ungeeignet. Das Problem liegt da eher an verkürzten Sehnen in meinen Beinen. Da kann ich so viel dehnen und strecken und mich in Bodengymnastik auf dem Teppich umherwälzen wie ich will – der einzige Effekt sind schmerzende Oberschenkel und das damit verbundene Gefühl von „das war jetzt mal ne Scheißidee“.
Was dafür recht gut funktioniert, ist eine Sitzposition, die im Yoga scheinbar (behauptet das heilige Orakel zu St. Google) „Muktasana“ genannt wird. Dabei liegen die Unterschenkel und Füße voreinander und nicht aufeinander. Also man muss nicht, wie beim Lotussitz, versuchen die Füße auf die Oberschenkel zu legen, sondern man streckt die Knie nach außen und legt die Füße voreinander ab. Falls ihr das ausprobieren wollt: Nun, in meinem Fall (da kann ich halt nur für mich sprechen) sorgte auch das am Anfang für ein unangenehmes Ziehen im Oberschenkel (die Knie werden zu den Seiten abgespreizt und die Oberschenkel damit nach außen hin gedehnt – zumindest bei mir). Das legt sich aber recht schnell und je öfter man so sitzt und übt, desto besser wirds. Für die möglicherweise männlichen Leser (wobei ich nicht weiß, ob Frauen nicht vielleicht auch ein ähnliches Problem haben könnten, ich bin ja keine…), die meinen Sermon rezipieren: Besorgt euch ein Meditationskissen! Darauf sitzt man zum einen leicht erhöht, sodass man relativ bequem ein wenig nach vorn kippt, und sicher auf den Knien abgestützt wird und zum anderen habt ihr nicht das Problem, dass ihr in der oben beschriebenen Sitzposition die Fußballen genau da habt, wo’s unangenehm wird – die liegen dann nämlich einfach vor dem Kissen auf. 😉

Was kann ich sonst noch so sagen? Funktioniert das mit der Konzentration auf die Atmung? Nun, vielleicht. Also: Manchmal schaffe ich das tatsächlich für einen nicht näher definierbaren Zeitraum (das ist dann so ein faszinierender Moment, in dem ich ausnahmsweise überhaupt kein Zeitgefühl habe), bevor ich vom nächsten Synapsenfurz auf irgendeine neue Idee gebracht werde oder irgendeine Erinnerung, ein Gedankenbild oder sonst irgendwas hochgespült wird. Die Sache mit der „Rückkehr zum Meditationsobjekt“ ist genauso schwierig, weil „Los jetzt! Konzentrier dich gefälligst wieder auf den Atem!“ ist ja ein Gedanke, den man ja eigentlich gar nicht denken darf/soll/will, weil es ja eben darauf ankommt, keine Gedanken zu denken, sondern einfach nur passiv wahrzunehmen. Genauso wie der Gedanke „Hör gefälligst auf zu denken!“ in dem Zusammenhang relativ wenig Sinn macht. 😉 Ich schätze, das ist so ein „Bewusstseinsproblem“. Jede unserer Wahrnehmungen ist notwendig bewusst und das Bewusstsein selbst ist eine tolle Simumaltionsmaschine, die all die Nervenreize in Bilder, Geräusche und Gerüche verwandelt. Bewusste Gedanken sind auch nichts anderes als Nervenreize mit einer bestimmten Pulsfrequenz. Aber schafft man’s diesen Synapsenfürzen zu entkommen? Und „wie meditiert man richtig?“ Wenn ich das richtig sehe, gibt es darauf keine klare Antwort, weil „das für jeden anders ist“. Ich kann nur für mich behaupten, dass ich zeitweise kurzfristig das Gefühl hatte, womöglich kurz vor’m Einschlafen zu stehen und im Großen und Ganzen nur deswegen feststellte, dass ich nicht schlafe, weil mir dann kurzfristig der Gedanke kam: „Es kann gar nicht sein, dass ich schlafe – sonst könnte ich jetzt nicht darüber nachdenken, dass ich nicht schlafe – fühlt sich auf jeden Fall ziemlich komisch an…“ Dass das dann natürlich wieder ein Gedanke ist, der die Konzentration (oder eher die Nicht-Konzentration) und dazu führt, dass man dann wieder einen Schritt zurückgehen muss, dürfte klar sein. Genauso lässt sich (zumindest nicht von mir) nicht unbedingt sagen, ob das jetzt richtig oder falsch ist. Ich kann also nur berichten, dass sich zeitweise (keine Ahnung wie lang), etwas einstellt, dass sich irgend „wie absacken“ anfühlt. So eine Mischung aus „Fahrstuhl nach unten fahren“, „kurz vor’m einschlafen sein“ und „zeitlos“. Ist das vielleicht dieser meditative Trance-Zustand, von dem immer alle reden? Ich weiß es nicht. Fühlt sich auf jeden Fall irgendwie seltsam (geradezu ein wenig beängstigen) an.

Wir mir scheint, ist das auch alles sehr tagesformabhängig. An Tagen, an denen ich gerade mal vier oder fünf Stunden geschlafen habe, bin ich meist ohnehin unkonzentriert, nervös und denke ständig irgendwelche Sachen in schneller Abfolge. Da helfen dann auch alle Meditationsversuche nicht all zu viel, da mein Hirn scheinbar in eine Art „Dauersynapsenfurzmodus“ schaltet. Genauso wie’s dann auch Tage gibt, an denen sich das Bewusstsein diebisch darauf zu freuen scheint, mal nichts zu tun zu bekommen und dann wie verrückt in alten Erinnerungen kramt und Gedanken generiert. Aber es gibt dann auch Tage, an denen das alles zumindest relativ gut funktioniet, ohne dass ich mich genervt darüber ärgere, dass es eben nicht funktioniert.

Und welchen Effekt hat dieser ganze Meditationskram bisher? Nun, ich fühle mich „langweiliger“. Weniger aufgedreht, weniger aktiv, weniger mit dem Drang ständig irgendwas tun zu müssen. Und was auch neu ist: Wenn mal etwas schief geht, denke ich nicht mehr all zu viel darüber nach, wie das bloß wieder passieren konnte und was dazu geführt hat und warum, wieso, weshalb vielleicht doch etwas besser hätte gemacht werden können, sondern stelle eher relativ neutral fest: „Joa, da is Scheiße passiert. Das lässt sich jetzt aber auch nicht mehr ändern, also kann ich’s auch einfach akzeptieren, wie’s ist und beim nächsten Mal weiß ich dann, was schief gegangen ist“. Ich kann jetzt nicht sagen, ob das ein positiver oder ein negativer (oder ein gewollter oder ungewollter) Effekt ist, aber ich betrachte relativ viele Dinge derweil emotional neutral. Quasi mit einem inneren Schulterzucken. Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt, wenn ich’s dann mal schaffe, die Synapsenfürze zu ignorieren (denn die sorgen derzeit noch für eine emotionale Genervtheit). 😉

Experimentelles Tiramisu

On 17. Februar 2014, in Persönliches, by Ingo

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Ich hab da mal experimentell Tiramisu gemacht. Rezept hier. Allerdings habe ich statt Löffelbiskuits Amaretti benuzt – und die letzte Schicht Creme ist dann doch etwas dünn geworden. 😀

Hinweis zu den Inhaltsstoffen

Garantiert nicht:

– vegan
– fettarm
– kalorienarm
– zuckerarm
– glutenfrei
– geschmacksneutral

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Langweilige Dinge gibt’s nicht. Es kommt immer auf die Perspektive an. Und so kann sogar das dreckige Geschirr vor dem Abwasch oder Fussel aus der Makroperspektive ganz interessant werden. Zumindest habe ich einfach mal ein wenig (völlig unprofessionell) rumexperimentiert. 😉

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Backexperimente

On 3. Januar 2014, in Persönliches, by Ingo

In Anbetracht meiner sehr beschränkten Mittel (ich hab nur einen Mini-Backofen, der nicht mal richtig zu geht, wenn ich eine Springform reinschiebe), bin ich gespannt, wie mein experimenteller, Belgischer Reisfladen nun schmecken wird. Er sieht zumindest schon mal gut aus. Das Rezept hatte übrigens deutlich zu wenig Mehl. Wenn man wirklich nur 300g nimmt, klebt das Zeug mehr, als dass es sich in der Springform verteilen lässt. Ich hab also eine unbekannte Menge (geschätzt aber mindestens noch mal 100g) nachträglich eingeknetet.

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Making Games?

On 28. Juni 2011, in Games, by Ingo

Ein Spiel zu entwickeln, zu produzieren und zu veröffentlichen kostet Geld. Viel Geld. Designer und Entwickler arbeiten nicht für umsonst (klar, auch die müssen essen, wohnen und Rechnungen bezahlen), Publisher wollen auch etwas daran verdienen, dass die das Spiel veröffentlichen und überhaupt braucht es einiges an Planung und Marketing. Aber warum nutzt man nicht einfach mal die Synergieeffekte des Internets und der sozialen Netzwerke aus? Eine Idee, die mir vorhin so kam, ist es, ein Spiel „von Gamern für Gamer“ zu entwickeln. Völlig ab von jeder klassischen Strategie, die man so kennt – quasi mal ein Experiment wagen. Und das läuft so…

Man nehme sich ein paar soziale Netzwerke, einschlägige Gamingforen, vielleicht auch Kontakte zu „Profi-Entwicklern“, die gerade ein wenig Freizeit opfern können und vor allem auch wollen und suche sich Leute, die bereit sind, sich an diesem Experiment zu beteiligen. Es braucht da im Grunde Leute von jeder Profession und jeder dieser Leute sollte einfach nur Spaß an dem haben, was er macht – das ist absolut wichtig für den Erfolg des Experiments. Hat man auf diese Weise ein Team zusammengestellt, kann’s auch schon losgehen. Bloß womit? Man kann ja nicht einfach irgendwas entwickeln. Richtig. Da es sich um ein Spiel handelt, dass „out of the crowd“ entwickelt wird, sollte auch daher die Idee dafür stammen. Ergo würde ein zweiter Teil darin bestehen, über eine bestimmte Zeit Ideen aus der Internet-Community zu sammeln, zusammen zu tragen und zur Abstimmung aufzustellen. Entwickelt würde dann dasjenige Spiel, dass dementsprechend gewählt wurde.

Zeit und Geld sind dabei natürlich enorme Kritikpunkte. Klar ist: Alle, die sich an so einem Projekt beteiligen, opfern ihre Freizeit dafür. Das Spiel selbst sollte free-to-play sein und sich auch nicht über Premium-Funktionen oder Itemshops finanzieren. Hier greift dann auch wieder die flattr-Idee: Wenn jemandem die Art und Weise wie das Spiel entstanden ist und das Spiel selbst dann natürlich auch gefällt, dann steht es ihm frei, einen Betrag X (also ein frei wählbarer) dafür zu spenden. Das ist ein weiterer Teil des Experiments: Sowohl die Entwicklungsarbeit als auch das Bezahlen für das Produkt sollte freiwillig sein. Wenn dann tatsächlich Geld damit verdient wird, lässt sich überlegen, ob man aus diesen Einnahmen dann entweder ein neues, noch besseres Spiel entwickelt (das dann auf die gleiche Art und Weise ensteht wie das erste – nur mit der entsprechenden Kapitalbasis) – oder es einfach gerecht durch die Beteiligten aufteilt und wieder auseinander geht.

In jedem Fall wäre die Idee nicht nutzlos. Man hätte an Erkenntnis gewonnen, ob es starre Strukturen, wie sie derzeit in der Industrie vorliegen, wirklich braucht – und man hätte jede Menge Spaß dabei gehabt, eine ganz neue Idee zu entwickeln und auszuprobieren.

Na? Klingt doch genauso verrückt wie genial oder? 🙂

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