UnityMedia vs Netflix – Der Techniker ist informiert

So ein bisschen war ich ja schon darüber erstaunt, dass UnityMedia einen Techniker rausschickt, obwohl die eigentlich ein internes Routing-Problem haben. Der Techniker übrigens auch.

Techniker: „Klar, es ist bekannt, dass die da ein Problem haben. Die schicken aber lieber einen von uns, weil wir billiger sind, als sich um ihre Server zu kümmern.“

Ich: „Joa. Offenbar haben die da ein Problem mit dem DualStack von IPv6 auf IPv4. Irgendwas läuft da nicht richtig. Vielleicht hilfts, wenn im August dann der Routerzwang wegfällt und die die Zugangsdaten rausrücken müssen.“

Techniker: „Das können Sie vergessen. Sie glauben nicht ernsthaft, dass die Ihnen irgendwas rausrücken? Vielleicht dürfen Sie dann eigene Hardware kaufen, ja, aber die Zugangsdaten? Im Leben nich…“

Ich: „Naja,  wenn ich recht überlege – am DSLite-Anschluss wird das eh ein Problem, da isses dann ja  auch egal, welche Router/Modem-Kombi da hängt, der Anschluss ist ja das Problem…“

Techniker: „Joa und das können Sie nur über die extra teure Horizon-Box lösen, denn die kann im Prinzip kein IPv6 – oder Sie machen solange Druck, bis die Ihnen den Anschluss wieder umstellen. Ich kann Ihnen auch einfach mal den Router tauschen, das Ubee-Ding ist das schlimmste, was die jemals auf den Markt gebracht haben – die ConnectBox kommt deutlich besser mit IPv6 klar.“

Ich: „Naja, die haben sie mir ja geschickt – und ich hab Sie wieder zurückgehen lassen, weil ich dachte, dass ich’s nicht brauche, denn in der aktuellen Konfiguration läuft ja alles. Mehr oder weniger.“

Facepalm.

Wie sich dann aber herausstellen sollte, gab es zusätzlich dazu auch noch ein Problem am Verstärker im Keller. Der leuchtete in wundervollem rot und sorgte dafür, dass der Upstream der Modems gestört war. Laut Techniker wäre der in den nächsten Tagen komplett verreckt – also hat er ihn getauscht.

Nachdem der dann nun aber etwa drei bis vier mal rein und raus gelaufen war und feststellte, dass die Modems im Haus immer noch keine guten Werte brachten und baute sowohl einen neuen Vorverstärker als auch einen neuen Verteiler und einen neuen Übergabeknoten ein. Alles neu – Hurra.

Netflix bekommt immer noch keine Verbindung – aber das wusste ich ja schon vorher…

Die Aussage, dass sich die UnityMedia-Techniker mit den Netflix-Technikern mal zusammensetzen wollen, um eine Lösung zu finden, ist übrigens auch nicht neu.

Hier zum Beispiel wird das Problem ganz gut aufgegriffen: http://www.markusbrunner.de/news-detail/unitymedia-amazon-firetv-die-netflix-app-und-der-ui-113-fehler.html

Und noch mehr technische Details dazu finden sich hier: https://gist.github.com/jalogisch/62d5a3df39932dda2541#file-netflix-unitymedia-customer-hell

Aktuell scheinen sich also die Parteien die Bälle bzw. die Kunden hin und her zu werfen.

Es bleibt bei „der Techniker ist infomiert“ – mal sehen, ob sich eine Lösung findet oder ob ich es schaffe, auf IPv4 zurückgestellt zu werden. Das hat mir ja nun nicht nur den Drucker sondern nun auch noch Netflix unbrauchbar gemacht. So insgesamt kann das keine Lösung sein. Ich werde es mir nun also auf die Fahnen schreiben, in den nächsten Wochen sowohl bei Netflix als auch bei UnityMedia nachzuhaken, bis einer von beiden das Problem gelöst hat. Ich bin ja nicht der Einzige, der unter diesen Netzumstellungen zu leiden hat – und die Netflix-App scheint die einzige zu sein, die damit ein Problem hat.

Fragt sich nun: Warum geht es eigentlich über den Browser? Wenn es ein Problem bei Routing ist, dann dürfte es doch auch über den Browser nicht funktionieren. Tut’s aber ganz offensichtlich – und das auch total problemlos. Dem muss ich mal nachgehen…

Nur habe ich weder Lust, meinen PC ins Wohnzimmer zu verlegen, noch kann der Browser 4k-Inhalte wiedergeben. Das wiederum geht nur über die App und die funktioniert nicht.

UnityMedia vs. Netflix – ein Frontbericht

Vor gar nicht all zu langer Zeit beschloss ich, dass ich Netflix endlich bequem im Wohnzimmer genießen will. Ständig vor dem kleinen Rechner hocken – auf Dauer ist das nicht so prickelnd. Also schaffte ich mir einen schönen großen Fernseher an.

Damit nahm das Unglück seinen Lauf.

So ein Smart-TV braucht, damit er mühelos funktioniert, eine möglichst schnelle Internetverbindung. Als UnityMedia-Kunde mit 100 MBit-Leitung reicht das dreimal für 4k-Streams, somit machte ich mir keine großen Sorgen.

Die erste Hürde war der Ubee-Router. Der konnte zwar (relativ) schnelles W-LAN über 5 GHz, aber eben nur einfach. Dualband? Geht nicht. Connect-Box? Nur bei Produktupgrade. Der Ubee-Router hatte mich ohnehin genervt, weil seit einem halben Jahr, nachdem UnityMedia ein Update der Firmware durchführte, mein Drucker (Officejet Pro 8620) bei Kontakt abstürzte. Eine feste IP-Vergabe hatte da zeitweise geholfen, aber eben auch nur zeitweise. Ich musste also einen neuen Router anschaffen, um zumindest die W-LAN-Geräte wieder nutzen zu können, wie gewohnt.

Also schaffte ich mir eine Fritzbox an. Die konnte zwei W-LANs gleichzeitig, machte dann auch gleich das Zuhause ein wenig Smarter (es spart schon Strom, wenn man Standby-Geräte einfach automatisiert an der Steckdose abschalten kann) und sorgte für ordentlich Dampf. Die von meinem Nachbarn empfohlenen Powerline-Adapter sorgten dann auch gleich für eine saubere Netzwerkgeschwindigkeit – alles gut, will man meinen.

Weit gefehlt.

Netflix auf dem Fernseher ist eine wundervolle Sache – wenn der Dienst nicht gebremst wird. Zunächst einmal war die Verbindungsqualität und -geschwindigkeit über W-LAN tatsächlich höher als über’s Kabel. Unglaublich? Wahr! In der Vermutung, dass Sony hier in seine Smart-TVs einfach dusselige LAN-Adapter einbaut, habe ich den Support damit ein paar Tage lang genervt. Dort war man der Ansicht, Netflix wäre schuld, schließlich ist das ja die einzige App, die nicht richtig läuft (YouTube feuerte saubere 4k in ordentlicher Übertragungsgeschwindigkeit raus).
Netflix damit konfrontiert, hieß es nur, dass man dort ja nur die Apps an die Hersteller der Geräte ausliefert – und die müssen sie dann an die Fernseher anpassen. Das wäre also ein sehr seltsames Verhalten, dass über Kabel weniger Datendurchsatz als über W-LAN kam – aber nicht die Schuld von Netflix.
Zurück zu Sony wollte man sich dem nicht weiter annehmen. Man würde ja schließlich nur die Apps einbauen, wie sie geliefert werden und ein technischer Fehler wäre nicht herleitbar, da ja immerhin alle anderen Apps und Funktionen fehlerfrei laufen.

Wie von Geisterhand funktionierte dann plötzlich alles. Es brauchte ein wenig Ladezeit – aber die Kombination aus Powerline und Ubee-Router (und später auch die Kombination Powerline – Fitzbox – Ubee-Router) führte zu sauberen Ergebnissen und Netflix in 4k.

Bis Donnerstag den 21.04.2016.

Donnerstagabend brauchte die App dann eine ganz ordentliche Ladezeit – und konfrontierte mich mit dem Fehler „NW-2-5“. Ein, wie sich herausstellen sollte, unglaublich beliebter Fehler, wenn es darum geht, IPv4 auf IPv6-Routing zu machen.

Mit diesem Fehler konfrontiert, startete ich zunächst mal den Fernseher neu (reboot tut gut) – ohne Erfolg. Dann startete ich die Powerline-Adapter neu, die Fritzbox, vergab eine neue, feste IP-Adresse, überließ die IP-Vergabe auch mal komplett der Fritzbox über DHCP, probierte eine direkte Verbindung über den Ubee-Router, opferte ein Lamm und tanzte um’s Sofa herum (Döner kann echt scharf sein), probierte Workarounds mit dem Log-in über einen Handy-Hotspot und dann das Fallback zum UnityMedia-Netzwerk… all das kostete mich die Freitagnacht, funktionierte für einen kurzen Moment – und dann nicht mehr.

Also wieder ein Anruf bei Netflix. Nach einem langen und ausführlichen Pläuschchen mit der Hotline (die Jungs nehmen sich echt Zeit und bemühen sich um eine empathische Lösungsfinden, Kompliment dafür!) stellte sich heraus: In den letzten fünf Monaten rufen tausende von UnityMedia-Kunden bei denen an. UnityMedia hat das Netz komplett auf IPv6 umgestellt (was gut ist), aber es gibt wohl ein Routing-Problem (was wiederum schlecht ist). Aussage Netflix: Wir verstehen das auch nicht so richtig, vermuten aber, dass die uns ausbremsen, denn auch unsere Server akzeptieren selbstverständlich IPv6. Von ihrer Seite aus gibt es aber keine Lösung für das Problem, denn der Dienst selbst steht ja uneingeschränkt zur Verfügung (Hotspot über Handy und die Sache verbindet ohne zu murren). Ich sollte also mal UnityMedia kontaktieren. Einige Kunden hätten schon mit Kündigung gedroht und plötzlich ging’s am nächsten Tag… aber das nur so am Rande. Ok.

Nächster Anruf UnityMedia. Das Problem geschildert (es war tatsächlich kein Unbekanntes, in den letzten Tagen kommt es wohl auch tatsächlich häufiger vor). Angeblich ist das Prüfverfahren bei Netzflix auf IPv4-Basis. Nun gibt es kaum noch freie IPv4-Adressen und bei solchen Diensten werden UnityMedia-Kunden, die nativ IPv6 haben, über einen speziellen Server geroutet, der ihnen dann einen IPv4-Tunnel zu Netflix liefert. Wenn nun aber diese IP-Adresse mehrfach vergeben ist (scheinbar gibt es nur einen recht kleinen Adressraum für UnityMedia-Kunden), dann soll das Netflix-Prüfverfahren den Kunden nicht mehr korrekt identifizieren können. Aber es soll wohl mal an die Technik zur Prüfung weitergegeben werden, eben weil es in den letzten Tagen auch häufiger vorkommt. Meine Ansage war klar: Mit einem „Wir sind nicht Schuld“ oder „Das ist Netflix‘ Problem“, um den Ball wieder zurück zu spielen, kommen sie mir nicht davon. Ich kaufe mir doch keinen Fernseher im Wert eines gebrauchten Keinwagens, um dann Kernfunktionen nicht nutzen zu können, weil irgendwo eine Routing-Tabelle nicht stimmt. Mich hat’s ja schon angekotzt, dass ich einen neuen Router kaufen musste, damit mein Drucker nicht mehr abstürzt.

Weniger Minuten später kommt ein Anruf von einem Subunternehmer. Es soll ein Techniker geschickt werden. Ich bin irritiert. Warum? Es ist doch ein Routing-Problem bei einem Server von UnityMedia und nicht meins? Was will der dann hier? Ein Blick auf die Werte ließ die Dame am anderen Ende dann aber auch ein wenig irritiert zurück. Meine RX/TX-Werte wären wohl dramatisch schlecht. Der Techniker müsste mal an die Anlage im Keller (hoffentlich findet er die).

Irritiert wie ich war, machte ich direkt mal einen Speedtest. Der sieht soweit sauber aus.

Oder hat die Übertragungsgeschwindigkeit soweit gar nichts mit der Qualität zu tun? Ich werde es in wenigen Stunden erfahren…

To be continued.