Dieses Fundstück würde ich in die Kategorie „Werbe-Fail“ einsortieren. Denn wer schon immer mal das Bedürfnis hatte, tödlich sein zu wollen – na der muss einfach nur Lucky Strike rauchen. 😉

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Sexistisches Müsli

On 13. April 2013, in Allgemein, Fundstück, by Ingo

Nicht selten gehe ich mit einer guten Freundin zusammen einkaufen. Und kürzlich blieb sie vor dem Regal mit dem Müsli stehen, zog die Augenbrauen hoch und beschwerte sich lauthals…

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„So, so, Frauen bekommen also Schokolade in ihr Müsli und Männer Obst?“ Klagte sie. „Was soll denn der Scheiß? Schokolade macht doch eh nur dick. Obst ist doch viel gesünder! Und warum kriegen Männer und Frauen überhaupt verschiedene Müslis?“

Gute Frage eigentlich. Warum bekommen Männer und Frauen verschieden Müslis? So extrem verschieden ist die Biochemie zwischen männlichen und weiblichen Körpern nun auch nicht. Oder ist das nur ein geschickter Marketing-Trick, der auf eine Pseudogleichberechtigung abzielt? Nun, scheinbar kommt das bei Frauen nicht so sonderlich gut an. Zumindest bei meiner guten Freundin löste es deutliches Missfallen aus.

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Die Zukunft leben?

On 2. April 2013, in Persönliches, by Ingo

Da gehe ich nichtsahnend einkaufen und sehe das:

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Coca Cola möchte also, dass ich die Zukunft lebe? Warum eigentlich? Warum nicht die Gegenwart? Schließlich existiert die Zukunft ja noch gar nicht. Ich kann ja vorausschauen – aber nichts vorhersehen. Mein Tagesablauf hat sich heute zum Beispiel durch Dinge, die ich nicht beeinflussen kann, völlig über den Haufen geworden. Hätte ich also vor drei Tagen die Zukunft gelebt, wäre ich heute vermutlich ganz schon aufgeschmissen, oder? 😉 Abgesehen von der temporalen Unmöglichkeit, irgendetwas in der Zukunft zu tun, halte ich es für viel praktischer hier und jetzt zu leben. Macht das ganze Leben viel planbarer. 🙂

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Ich beschäftige mich ja durchaus mehr oder weniger intensiv mit dem, was ich so esse und denke dabei durchaus darüber nach, wie Nahrungsketten, Nährstoffe, Lebensmittelproduktion und Co. zusammenhängen. Bis vor kurzem durchaus relativ unkritisch. Aber wie das so ist: Je mehr verschiedene Informationen so auf mich einprasseln, desto differenzierter wird meine Ansicht – und desto polemischer reagiere ich manchmal. Dabei polemisiere ich meist,weil es die einfachste Art ist, auch Andere zum Nachdenken zu bringen. Menschen müssen irritiert werden, damit sie nachdenken – eine ganz einfache Strategie, der sich Medien, Werbung, Politik und Co. regelmäßig bedienen, wenn hier und da mal wieder einer neuer Skandal aus dem Boden gestampft wird. Eigentlich bekannte Mechanismen. Und eigentlich sollte simples Schulwissen schon die kritische Frage „Wer profitiert?“ verfestigt haben, wenn es um die Betrachtung von Medienerzeugnissen geht. Nun, das hier ist ein Medienerzeugnis. Profitiere ich davon? Vermutlich nicht. Ich denke nur öffentlich nach. Und hoffe vielleicht, dass noch andere zum Nachdenken angeregt werden.

Die vegetarisch-vegane Bio-Industrie

Bevor ich ein Produkt verkaufen kann, muss ich erst einmal herausfinden, ob es einen Markt dafür gibt. Gibt es keinen, kann ich versuchen, einen zu erschaffen, indem ich mir geschickte Werbestrategien einfallen lasse. Die Veggie-Industrie macht das unter anderem mit einem biologistischen Argument, in dem behauptet wird, der Mensch wäre ja von Natur aus ein Pflanzenfresser und es wäre total unnatürlich, Fleisch zu essen. Das ließe sich allein schon durch die Kieferform und die Zähne belegen. Nun, wir haben durchaus Mahlzähne, mit denen wir Nahrung zerquetzen können – aber auch Schneidezähne, mit denen wir Fleisch zerkleinern können. Was nämlich bei all diesen Argumenten ignoriert wird, ist, dass der Mensch sich im Laufe der Evolution dazu entwickelt hat, seine Nahrung nicht mehr unverarbeitet zu sich nehmen zu können. Man mag es aber durchaus probieren, in eine Ähre Weizen zu beißen. Schnell käme die Feststellung zu Tage, dass es nicht nur nicht schmeckt, sondern zudem auch der Verdauung nicht all zu förderlich ist. Nicht ohne Grund trennen wir sprichwörtlich die Spreu vom Weizen, stellen Mehl her und verbacken es zu Brot. Ganz ähnlich ist es mit Fleisch: Selbst wenn ein Mensch es schaffen würde, so ein Schwein mit bloßen Händen zu töten (die Tierchen sind durchaus robust und mit einem Durchschnittsgewicht von 120 kg schwerer als manch ein Mensch), wäre es recht witzlos zu versuchen, ein Stück aus dem toten Tier herauszubeißen. Ganz davon abgesehen, dass wir rohe Tierproteine auch gar nicht verdauen könnten. Das ist aber auch kein Argument für das Pflanzenfresserdasein, sondern eher für die Verarbeitung der Produkte. Ich habe mal von einer Studie gelesen, dass sich das menschliche Gehirn allein deswegen so entwickeln konnte, wie es das tat, weil wir angefangen haben, Nahrung zuzubereiten und zu kochen. Rohkost schädigt somit wortwörtlich das Gehirn.
Eine andere Werbemasche ist das Geschäft mit der Oberflächlichkeit und gesellschaftlichen Vorurteilen. Vegetarier sind schlanker, leben gesünder und länger und überhaupt sind sie viel energischer bei der Sache. Ich habe dazu einen kleinen Selbstversuch unternommen. Nachdem ich all meine Körperwerte (Gewicht, Körperfettanteil, Muskelanteil, Kalorienbedarf und – umsatz) über einen längeren Zeitraum genau gemessen, beobachtet und analysiert habe und mich abwechselnd rein vegetarisch und „ganz normal“ ernährt habe, stellte ich fest, dass es überhaupt gar keinen Unterschied für die rein biologischen Werte macht. Ich hätte ja bei der vegetarischen Ernährung abnehmen müssen, wenn Vegetarier grundsätzlich einen geringeren BMI haben (der übrigens auch ein rein willkürlicher Wert ist) und schlanker sind. Was übrig bleibt ist eine Werbebotschaft: „Lebt vegetarisch, denn wenn ihr Fleisch esst, ernährt ihr euch falsch. Und wir zeigen euch, wie man diesen Fehler korrigiert.“
Es ist schon erstaunlich, wie eine ansonsten recht gut funktionierende Evolution einen so gravierenden Fehler machen kann, Allesfresser zu entwickeln, die vorzugsweise verarbeitete Nahrung zu sich nehmen. Noch erstaunlicher ist es, dass die Ergebnisse dieser Evolution von sich selbst behaupten, dass sie Fehlerhaft wären – dabei überleben „Fehler“ in der Natur eigentlich gar nicht wirklich lang. 😉

Ethik-Terrorismus

Eine andere Art und Weise, mit der Produkte an den Mann oder die Frau gebracht werden könne, ist es, die Konkurrenzprodukte madig zu machen. Immer mal wieder produzieren Tierschützer Videos von schrecklichen Dingen: Da werden Tiere in der Massentierhaltung gezeigt, die sich gegenseitig tottrampeln, verbeißen, Schwielen und Wunden haben, die brutal behandelt werden, in Schlachtbetrieben am lebendigen Leibe ausgeweidet werden und allerlei ekliges Zeug. Das appelliert an unsere ethischen und moralischen Grundsätze. Kein empfindungsfähiges Wesen sollte so behandelt werden.
Nun, der kleine Medienwissenschaftler in meinem Hinterkopf merkt dazu an, dass Medien nur produziert und veröffentlicht werden, wenn es jemanden gibt, der sich dafür interessiert. Interesse wird erzeugt, in dem möglichst emotionalisierende Inhalte präsentiert werden; je mehr Aufmerksamkeit und je mehr etwas auf die Spitze getrieben wird, desto besser. Oder glaubt ihr, der Titel dieses Artikels ist nur rein zufällig so reißerisch? Genau: Er soll Aufmerksamkeit erzeugen und die Leute dazu animieren, ihn zu lesen. Gleichzeitig erzeugen diese Videos und Fotos Angst und Ekel. Nichts anderes, als das, was Kernelemente des Terrorismus sind. Hier jedoch mit einem ethisch aufgeladenen Thema, statt mit einer politischen Motivation.

Der Fehlschluss, der dabei immer mal wieder gern ignoriert wird ist ein recht simpler: Es wird ein „pars pro toto“ präsentiert. Vereinzelte Beispiele werden immer mal wieder herbeigeholt um auf eine dramatische Situation aufmerksam zu machen. Dabei erzeugt das Gehirn der Rezipienten den Schluss: Wenn man so oft mit so grausamen Bildern konfrontiert wird, dann geht es überall in der Fleischindustrie so zu. Ein Schluss vom Teil zum Ganzen ist aber nicht immer richtig. Es gibt durchaus sehr seriöse Studien über unschöne Zustände in der fleischverarbeitenden Industrie. Wenn man sich aber mal Medienbeiträge im Fernsehen oder im Internet ansieht, dann stellt man recht schnell fest, dass verschiedene Sendeanstalten immer die gleichen Bild-Beiträge verwenden. Man bekommt immer die gleichen Bilder zu sehen, die, schnippelt man sie zusammen, aus ein und dem gleichen Gesamt-Video stammen. Erstaunlich ist auch, dass meistens der Datumscode fehlt. Man weiß nie, wie alt die Aufnahmen sind. Ebenfalls wird nie gesagt oder gezeigt, woher sie überhaupt stammen. Mit anderen Worten: Die Medien präsentieren schockierende Aufnahmen ohne Belege und Quellenangaben! Letztlich, um damit Aufmerksamkeit zu erzeugen, denn damit verdient man als Journalist Geld. Ansonsten könnte man auch das, was man zu schreiben gedenkt, einfach in das Tagebuch schreiben und da lassen. Will man seine Schreiberei aber verkaufen, dann braucht es schon etwas, dass andere auch lesen wollen und wofür ein Verleger bereit ist, zu bezahlen, damit er seinerseits Geld mit Werbung (oder öffentlich-rechtlicher Verteilung) verdienen kann.

Genauso gut könnte ich ins Kino gehen, Paranormal Activity sehen, und darauf hin von der Existenz von Geistern überzeugt sein, denn ich habe ja überzeugend aussehende, schockierende Bilder gesehen – und die haben sogar eine Quellenangabe und wurden freundlicherweise von Hollywood-Regisseuren aufbereitet und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Nun, egal ob man nun Fleisch- oder Pflanzenfresser ist: In beiden Fällen handelt es sich um Industrieprodukte für die es Werbe- und Lobbystrategien gibt. Gesünder, richtiger oder falscher, moralisch einwandfreier ist keine der beiden Ernährungsweisen. Fakt bleibt, dass kein Medieninhalt produziert wird, wenn kein Profit oder zumindest Aufmerksamkeit davon erwartet wird. Und natürlich schreib ich, damit die Leute auf meine Flattr-Buttons klicken, bis ihnen schwindlig wird und ich so viel Aufmerksamkeit erzeuge, um mit internationalen Vorträgen reich und berühmt zu werden. Warum denn auch sonst? 😉

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… ist natürlich „Prinzessinnensuppe“!

Wir alle werden mal alt, keine Frage. Früher oder später ist das mit den Zähnen dann nicht mehr so toll, wie gewohnt und wenn die Dritten erstmal her müssen, dann kann das Kauen auch gleich durch Schlürfen ersetzt werden. Zum Glück gibt es von Erasco jetzt eine Lösung für dieses Problem – zumindest für Drachen im reiferen Alter: Prinzessinnensuppe!

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Ob sie aus echten Jungfrauen frisch gepresst und handfiltriert wurde, kann bezweifelt werden. Aber immerhin ist sie nur mild gesalzen. Eine nicht all zu bittere Dosenprinzessin. Wem würde da nicht sofort das Wasser im Munde zusammenlaufen? Und wer jetzt in seinem Kopfkino verzweifelte Drachen mit Dosenöffnern hantieren und Konservenjungfrauen mittels Feuerspucken auf kleiner Flamme zart garen sieht – der weiß, wie ich mich beim Supermarktbesuch eben gefühlt habe… 😉

Wohlan denn! Bon Appetit!

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Nachdem ich ja mit der Begründung, warum man Tiere eben doch essen darf, gründlich gescheitert bin, gönnte ich mir eine gehörige Portion Opportunismus und beschloss, mich dann doch mal näher mit dem Veganismus zu beschäftigen. Dazu trugen nun viele verschiedene Überlegungen bei, die ich hier nicht im Einzelnen ausbreiten will (zumindest noch nicht, bzw. erst dann, wenn sie den Status von „intuitiv“ zu „fundiert“ gewechselt haben). Sicher ist zumindest, dass Pferdefleisch in Tiefkühl-Lasagne nichts damit zu tun hat. 😉

Nun, zumindest stellte ich meine Ernährung (wieder einmal) grundlegend um und auf den Kopf. Solcherlei Dinge mache ich in regelmäßigen Abständen. Immer mal wieder was Neues, könnte man sagen. Bei der Gelegenheit durchstöberte ich das Netz nach „Futterquellen“, denn der Bioladen um die Ecke hat zwar alles, was das Herz begehrt, ist aber verhältnismäßig teuer. Nun, viel günstiger wird es offenbar nicht – dafür fand ich einen tollen Versandhandel für vegetarische Lebensmittel und allem, was es sonst so drumherum gibt. Und so bestellte ich dann direkt mal einen Monatsvorrat an vegetarischem Kauleistengenuss und harrte der Dinge, die da kommen mochten.

Und siehe da – der Versand ging flott und – total niedlich – die Rechnung war in einer Art Dankesbriefumschlag versteckt, ein paar Leckereien gab es auch noch als Gratisbeilage dazu… sie verstehen es auf jeden Fall, ihre Kunden glücklich zu machen.
Die beigelegten Werbeprospekte hatten allerdings eher den gegenteiligen Effekt. Klar: Sie möchten direkt Werbung für die vegetarische Ernährungsweise machen, denn immerhin verdienen sie ihr Geld damit. Allerdings haben sie vermutlich nicht so ganz verstanden, wie Werbung geht. Werbung soll Positives hervorheben, anpreisen und Dinge als toll verkaufen, von denen kein Mensch wirklich glaubt, dass sie wirklich essenziell wichtig sind. Die beigelegten Prospekte, Zeitschriften und Flyer zeigten aber etwas völlig anders: Nicht etwa die positiven, tollen, coolen und zeitgemäßen Seiten des Vegetarismus, sondern vielmehr die boshaften, ekligen, gemeinen, abstoßenden und ungesunden Seiten des Fleischessens.

Da lagen also Ausgaben der „Veggie Times“ des Vebu bei und eine Ausgabe des Magazins „Kochen ohne Knochen„.  Und was soll ich sagen? Statt positive, friedfertige Informationen dazu zu liefern, wie man sich denn nun effektiv vegetarisch ernähren kann (was gerade für Einsteiger ins Thema, der ich zum Glück nicht bin, ziemlich wichtig sein kann), strotzen diese Magazine nur so vor Anprangerungen. Tiere die leiden und gequält werden, deren Schlachtprozeduren mit emotionalisierendem Vokabular möglichst brutal dargestellt werden, Fotos von Massentierhaltung (die harmlose Variante, ich hab schon schlimmere gesehen, aber die kann man vermutlich nicht ohne schlechtes Gewissen abdrucken) und immer und überall der gleiche Konsens: Fleisch essen ist schlecht. Fleisch essen ist ungesund. Fleisch essen ist verwerflich. Fleisch essen ist böse.

Derartiger Verbalmilitarismus löst in mir allerdings keine sonderlich positive Stimmung aus. Es führt eher dazu, dass ich nicht zu derart aggressiven Menschen dazugezählt werden möchte. Und es ist klar, dass hier direkt gesagt werden kann „Aber Fleischfresser sind ja noch viel aggressiver, oder hältst du Tiere töten etwa für friedfertig?“. Darum geht’s mir aber gar nicht, denn es geht allein um den Ton, der die Musik macht.

Ob es Magazine von Fleisch-Verbänden gibt, die sich abfällig über Vegetarier äußern? Weil die ihnen das Geschäft kaputt machen oder so? Und die im Gegenzug Studien veröffentlichen, in denen dargestellt, wie gesund und toll und energiereich doch der Fleischverzehr ist?

Ich werd‘ jetzt nicht aus Protest zum Massentierhaltungsschnitzel greifen. Aber ich werde die „Veggie-Szene“ wohl mal ein wenig kritisch beäugen müssen.

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Fundstück: 60 Jahre Erfahrung…

On 24. Februar 2013, in Allgemein, Fundstück, by Ingo

… um zwei Bratwürstchen in ein Brötchen zu stecken. Das nenne ich Glanzleistung! Gute, deutsche Wertarbeit sozusagen. Da weiß man, was man hat.

Nur ob mit oder ohne Pferd, das kann ich nicht sagen.

Pauls Echte

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Ich habe ja erwähnt, dass ich mich noch dazu auslassen wollte, warum es meiner Ansicht nach gar nicht so toll ist, wenn sich Online-Magazine (oder ganz allgemein: Firmen), via Facebook mit ihren Lesern austauschen. Letztlich handelt es sich dabei ja um eine Form von Unternehmenskommunikation – und zwar eine, die allenthalben, insbesondere von Werbetreibenden, angepriesen wird. Grund genug, sich einmal das Für und Wider durch den Kopf gehen zu lassen.

Ich habe mir also angesehen, worin die Postings der Firmen bestehen, die sich in meinen Facebook-Stream geschmuggelt haben. Klar, das ist deutlich auf Gaming konzentriert, also kommen da Aktualisierungen von Publishern, Spieleseiten, Gaming-Magazinen und Co. Inhaltlich handelt es sich dabei meistens um die Ankündigung von neuen Produkten, Gewinnspielen, Testberichten oder einfach nur „Leserbespaßung“, in dem verbreitete „Web-Jokes“ ala 9gag in der Timeline des entsprechenden Magazins republiziert werden. Was mir dabei deutlich auffällt ist folgendes: Bei der Ankündigung eines neuen Spiels, eines Werbespots zu einem Spiel oder einem coolen neuen Accessoire,  kommuniziert das veröffentlichende Medium nicht. Der Rückkanal, den die Web-2.0-Funktionen ermöglichen sollten, wird in den seltensten Fällen genutzt. Sicherlich – ein Beitrag wird hundertfach, vielleicht tausendfach kommentiert und geteilt und geliked… letztlich ist es aber doch nur ein Marketing-Trick, der die Werbung in das soziale Umfeld der Kunden integrieren soll. Kommunikation oder gar ein Diskurs über die Inhalte ist offenbar nicht intendiert. Selbst dann, wenn die Kunden (oder Leser) zu Recht Kritik äußern.

Ok – unter Marketinggesichtspunkten hat man gewonnen. Man kann seine Werbung quasi in die privaten Unterhaltungen seiner Kunden integrieren (denn soziale Netzwerke bestehen ja zumeist aus privaten Kontakten). Damit erzeugt man einen gewissen Grad an Intimität. Aus der sozialen Perspektive ist das allerdings alles andere als toll. Die Kundschaft wird mit Werbung in ihrem privaten Umfeld konfrontiert und ihre Rückmeldungen versacken im Nichts.

Ein weiterer Aspekt ist die Nachhaltigkeit der Kommunikation. Ich stelle mir da eine einfache Frage: Wenn ich mit meinen Lesern/Kunden kommunizieren will: Warum benutze ich dann ein fremdes Unternehmen (Facebook, Google+, etc.) zu diesem Zweck? Die Möglichkeiten des Web 2.0 bringen es mit sich, dass wirklich alles immer und überall kommentiert werden könnte. Ein Feedback kann also relativ direkt geliefert werden. Selbst wenn die großen Anbieter der sozialen Netzwerke aktuell im Aufwind sind, heißt das noch nicht, dass es sie ewig geben wird. Was mache ich nun also, wenn mein Unternehmen Facebook überdauert? Die Kommunikation und die Rückmeldungen meiner Leser wären vermutlich verloren. Noch ein Problem: Wenn ich ausschließlich soziale Netzwerke als Rückkanal nutzen würde, zwänge ich meinen Lesern die Notwendigkeit auf, ihre Daten einem weiteren Anbieter übergeben zu müssen.

Auf einer anderen Ebene, ist eine Firma oder ein Magazin ein Fremdkörper in der sozialen Kommunikation zwischen Personen. Sie tauschen sich über private Dinge aus, die sie eben gerade interessieren. Ob nun Firma X einen neuen Turnschuh veröffentlicht, Firma Y ein neues Spiel oder ob das Shampoo von Z die beste Wirkung gegen Schuppen hat, dürfte sie dabei weniger tangieren, wenn nicht sogar irritieren. Es handelt sich dabei um Informationen, die mit dem eigentlichen Inhalt der privaten Unterhaltungen nichts zu tun haben. Aus meiner eigenen Perspektive kann ich sagen, dass es sogar mehr ein Ärgernis ist.

Ich würde also meinen, dass soziale Netzwerke viel mehr eine optionale Erweiterung der Unternehmenskommunikation sein sollten – nicht der Weisheit letzter Schluss und auch nicht das ultimative Marketing-Instrument, mit dem sich nun der absolut bombastische Anstieg der Leser- und Verkaufszahlen einstellen soll. Es ist quasi „für die, die’s interessiert“, sollte aber meiner Ansicht nach nicht als Medium für aggressive Werbekampagnen ausgenutzt werden. Darum denke ich bei vielen Unternehmen, die mit „jetzt nur auf Facebook“ werben: „Warum zwingt ihr mich zu Facebook? Nur, weil ihr eure Zielgruppe mit Hilfe des Social Graph besser eingrenzen und Werbung noch personalisierter gestalten könnt? Habt ihr keine eigene Homepage? Danke… verzichte…“

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Da bekam ich doch gestern eine verunsichernde E-Mail von Google. Man würde AdSense für gehostete Domains abschalten. Domainbesitzer sollten doch bitte migrieren und ihre Domains irgendwo anders hin umziehen. So richtig verstanden habe ich das noch nicht. Aber: Es scheint sich nur auf „geparkte“ und „inaktive“ Domains zu beziehen. Das ist erstaunlich. Angeblich wäre eine meiner Domains davon betroffen. Nun, ich habe gar keine geparkten oder inaktiven Domains, sondern nur solche, die auch tatsächlich benutzt werden und das sogar ziemlich aktiv.

Was sich aber ziemlich gut zeigt, ist die Allmacht Googles, mit der sie einfach so ihre Produkte abschalten (und ggf. ganze Wirtschaftszweige vernichten) können. Wie viele Leute mögen wohl allein mit Werbung beim Domain-Parking Geld verdienen? Sicherlich nicht wenige. Und auch wenn’s nicht viel dafür gibt, dann ist es doch immer noch ein nettes Zubrot. Interessant ist auch, wie man es offenbar mit dem Support hält. Man kann auf Grund der Vielzahl von E-Mails keinen individuellen Mail-Support anbieten. Ok – wenn man ein paar hundert Millionen Kunden hat, dann ist das sicherlich schwer. Aber: Auf den Support-Seiten von AdSense wird man als Kunden geradezu für dumm verkauft und im Kreis herum. Es findet sich zwar der freundliche Hinweis darauf, dass man per Mail Kontakt auf nehmen könnte, wenn man denn in der Hilfe und im Forum nichts findet. Nun – alles öffentlicht mit anderen Mitgliedern diskutieren, die genauso wenig von der Materie verstehen wie ich? Och, wisst ihr… nö. 🙂 Und in der Hilfe findet sich nichts. Erstaunlich. Also: Keine Hilfe, keine Informationen und kein Mail-Support.

Nun, dann werde ich wohl mal in Hamburg anrufen und nach der passenden E-Mail-Adresse für den AdSense-Support fragen. 😉

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